Blues als religiöse Praxis
Blues ist weit mehr als ein Musikgenre. Er beschreibt eine Lebenseinstellung, manchmal sogar eine religiöse Praxis. Dann drückt Blues eine Sehnsucht aus, wie das gute Leben sein könnte.
Bluesmusik könne helfen, aus dem Blues heraus zu kommen – davon ist Rufus Burnett überzeugt. Der US-amerikanische Theologe ist im Bundesstaat Mississippi aufgewachsen und lehrt heute an der Fordham Universität in New York. Für ihn ist Blues eine religiöse Praxis, in der das Göttliche präsent sein kann. Das ist auch für den Zürcher Reto Nägelin so. Der selbsternannte Bluesdiakon gestaltet regelmässig Bluesgottesdienste, in denen es nicht bloss um Andachten mit Bluesmusik geht, sondern darum, dass der Blues Wort und Klang bekommt.
Erste Ausstrahlung: Freitag, 10. April 2020, 8:30 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Text von und Infos auf: https://www.srf.ch/sendungen/perspektiven/blues-als-religioese-praxis
Reto Nägelin, der Bluesdiakon, ermöglicht mit seinen Bluesgedanken eine Pause im Alltagsblues. Seine Anlässe sind durch und durch Blues. Seine Geschichten inspirieren und öffnen Türen zum weiten Universum zwischen Mol und Dur. Dem eigenen Blues begegnen, dies ist das Ziel dieser Events. Darum gibt es viel Musik mit verschiedenen Bluesformationen und auch seine Worte sind bluesige Gedanken und Geschichten aus dem Alltag. Ganz sanft öffnet er den Blick zum Himmel und dem Leben, wie es sein sollte. Durch die schlichte und so ehrliche Atmosphäre melden sich auch die Gastmusiker – und manchmal sogar die Zuhörer zu Wort.